Buch Autor werden
Begabte Schriftsteller gibt es viele, aber der Weg vom Schreiberling und Hobby-Erzähler mit dem viel versprechenden Romankonzept zum Autor, der einen Verlag überzeugen kann, ist lang und oftmals steinig. Autoren, die von ihren Honoraren gut leben können, sind die Ausnahme. Die große Ausnahme.
Viele mühen sich redlich und schaffen es trotzdem nicht, ihr Buch gedruckt zu sehen, zumindest nicht bei einem der großen Publikumsverlage. Woran liegt das? Warum werden selbst Romane abgelehnt, die auch nach Ansicht von Fachleuten, zum Beispiel Literaturagenten, gut durchdacht und stilistisch überzeugend geschrieben sind, und obwohl der Autor, die Autorin auch beim Einreichen des Manuskripts die nötigen Grundsätze und Formalien beachtet hat?
Die Politik der Verlage ist von Außenstehenden kaum nachzuvollziehen. Bis ein Lektor Zeit findet, das Manuskript eines unbekannten Autoren zu lesen, vergehen häufig Monate, und selbst wenn er die Story überzeugend findet, ist das noch lange keine Garantie für ein Vertragsangebot. Große Verlage kalkulieren messerscharf: Kann der Neuling auch langfristig überzeugen? War eine ähnliche Story nicht schon vor drei Monaten im Angebot? Und bietet der amerikanische Markt nicht doch die zugkräftigeren Thriller?
Man muss sich immer wieder klar machen, dass eine Absage kein Werturteil darstellt. Wer nicht gut damit leben kann, dass er trotz aller Arbeit und Mühe regelmäßig mit einem Nein konfrontiert wird, verliert den Mut und irgendwann auch die Schreibwut.
Doch bei aller Skepsis: die Möglichkeiten, Autor zu werden, sind heutzutage vielfältig. Man darf sich nur nicht der Illusion hingeben, von heute auf morgen mit ein, zwei, drei Romanen in die Bestsellerlisten vorzustoßen und bestens davon leben zu können. Kleine Verlage geben auch Neulingen eine Chance und arbeiten häufig intensiv mit dem Buch-Autor zusammen, und BoD (Book on Demand) bietet eine interessante Möglichkeit, in Eigenregie selbst zu verlegen. Allerdings sollte beachtet werden, dass hier die Chancen im Sachbuchbereich besser sind als bei belletristischen Projekten. Auch das Internet hat einen steigenden Bedarf an Texten und bietet jenen Autoren einen guten Nebenverdienst, die gerne recherchieren und sich jedem Thema schreibend nähern können.