Ildikó von Kürthy: Schwerelos
Marie Goldhausen, die Ich-Erzählerin des neuen Romans von Ildikó von Kürthy, staunt nicht schlecht, als sie bei der Beerdigung ihrer Tante Rosemarie ihren eigenen Namen auf dem Grabstein entdeckt. Der Grund hierfür ist nicht etwa mystisches Erlebnis, sondern ein Versehen, das dem Steinmetz unterlaufen ist. Aber vielleicht kommt auch beides irgendwie zusammen, denn die tote Tante gibt nicht wirklich Ruhe, als Marie, immerhin schon 36 Jahre alt, sich auf den Weg macht, ihr Leben zu managen, um endlich eine Familie zu gründen. Immerhin war sie die Lieblingstante und mischt sich nun mit allerlei klugen und himmlischen Ratschlägen ein.
Aber auch davon abgesehen ist Maries Alltag nicht arm an Sonderlingen, Suchenden und unterschiedlichen Lebensmodellen und zeichnet sich durch bizarre und witzige Situationen aus, die von Kürthy in „Schwerelos” mit gewohnt leichter Hand inszeniert, um ihre Leserinnen und Leser für Stunden zu amüsieren und bestens zu unterhalten.
Von Kürthy wird seit „Mondscheintarif” als Autorin witziger Frauenromane, über die auch Männer schmunzeln, bezeichnet. Auch mit „Freizeichen” und „Höhenrausch” sind ihr Bestseller gelungen. Kürthy gehört zu den erfolgreichsten deutschen Schriftstellerinnen. Die gelernte Journalistin arbeitet auch als freie Autorin für Magazine.
„Mondscheintarif” ist 2001 von Ralf Huettner fürs Kino verfilmt worden. Weitere Verfilmungen anderer Romane sind in Arbeit. „Herzsprung” ist auch als Hörbuch ein Genuss.