Henry Miller: Opus Pistorum

Für die einen stellen die erst 1983 entdeckten erotischen und pornographischen Erzählungen, die im Paris der 20er Jahre spielen und an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig lassen, eine literarische Sensation dar, andere bemängeln den vulgären Ausdruck der Sprache und kritisieren die Handlungsarmut der einseitig ausgerichteten Storys.

In Deutschland ist Henry Millers Buch “Opus Pistorum” von 1988 bis 1993 von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien wegen seiner pornographischen Darstellungen auf den Index gesetzt worden.

Die Entstehung des Werkes, der eine eidesstattliche Versicherung zugrunde liegt, ist höchst interessant: Angeblich verkaufte der in Geldnot geratene Henry Miller dem Buchhändler Milton Luboviski einzelne erotische Texte, für die er pro Seite ein Honorar von einem Dollar erhielt. Nach Monaten hatte sich ein komplettes Buch angesammelt, das den Titel „Opus Pistorum” erhält, was übersetzt Werk der Müller (=Miller) bedeutet. Es wird erst nach Millers Tod veröffentlicht.

Miller ist New Yorker und wächst in Brooklyn auf. Ein Studium am City College New York bricht er schnell wieder ab, um sich viele Jahre lang mit unterschiedlichsten Jobs durchzuschlagen. Er beginnt 1920 mit dem Schreiben und zieht acht Jahre später mit seiner zweiten Frau nach Paris. Mitte der 30er Jahre entsteht der Roman „Im Wendekreis des Krebses“, mit dem ihm der schriftstellerische Durchbruch gelingt. Miller kehrt nach Amerika zurück, als der Zweite Weltkrieg ausbricht und und lebt in Kalifornien. Sein Werk ist vielfach ausgezeichnet worden.

Der Beitrag besitzt Themenrelevanz zu Henry Miller Im Wendekreis des Krebses Milton Luboviski Opus Pistorum.