Henning Mankell: Die fünfte Frau
Henning Mankell gehört auch in Deutschland zu den bekanntesten schwedischen Krimiautoren. Bereits mit zwanzig Jahren schreibt er und ist als Regisseur tätig. Seine Begeisterung für Afrika spiegelt sich auch in seinen Romanen wider. Einen Teil des Jahres verbringt der Bestsellerautor regelmäßig in Maputo, Mosambik, wo er seit 1985 beginnt, eine professionelle Theatergruppe aufzubauen.
„Die fünfte Frau” ist mehr als ein spannender Krimi-Thriller. Der Roman erscheint 1998 auf Deutsch und besticht durch die Verflechtung von detailgetreuer Ermittlungsarbeit, sozialkritischer Analyse und Psychologie. Je mehr der Leser von Kommissar Wallander in den Fall eingebunden wird, desto gebannter verfolgt er das grausige Treiben eines bestialischen Mörders und kann sich kaum noch der atmosphärischen Dichte entziehen.
In Algerien werden fünf Frauen ermordet, deren Fälle zu einer Reihe anderer Morde, die ein Jahr später in Schweden passieren, auf den ersten Blick keine Parallelen aufweisen, abgesehen von der Tatsache, dass sich eine schwedische Touristin unter den Opfern befindet. Später stellt sich jedoch heraus, dass alle Mordopfer durch besondere Gewalttätigkeit gegenüber Frauen aufgefallen sind. Wallander und sein Team müssen die Zusammenhänge erforschen, um dem Morden ein Ende zu bereiten. Auch als Hörbuch löst dieser Krimi eine seltene Beklemmung aus.
Zwischen 1990 und 1998 entstehen weitere Krimis mit Kommissar Wallander, die auch verfilmt werden, so unter anderem „Mörder ohne Gesicht”, „Die weiße Löwin”, „Der Mann, der lächelte”, „Mittsommermord”. Mit dem Erzählband „Wallanders erster Fall” wird die Wallander-Serie abgeschlossen, um 2003 mit Wallanders Tochter Linda, die ebenfalls Polizistin wird, in „Vor dem Frost” eine Fortsetzung zu finden.
Mankell gehört zu den Autoren, die in ihren Fällen politische Brisanz zum Tragen kommen lassen. So werden in „Die Rückkehr des Tanzlehrers” die Nazis und ihre Anhänger in der gegenwärtigen Gesellschaft thematisiert. Der Autor hat zahlreiche Preise erhalten.