Oliver Bottini: Mord im Zeichen des Zen

Oliver Bottini schickt in seinem Krimi-Debüt eine psychisch schwer angeschlagene Hauptkommissarin ins Rennen, die ihren letzten Fall noch nicht bewältigt hat. Louise Boni, 42 Jahre alt, ist nicht nur eigenwillig und ermittelt stets intuitiv, auch ihre Alkoholsucht wird immer offensichtlicher. Die Kommissarin hat nichts gemein mit den üblichen Ermittlungsheldinnen, die über kurz oder lang schlauer und stärker sind als alle anderen und letzlich immer Recht behalten.

Die Frau wirkt verletzlich, zerbrechlich, verstört, und man traut ihr kaum zu, für sich selbst zu sorgen, geschweige denn einen Fall aufzuklären, der noch dazu so ungewöhnlich beginnt:

Ein japanischer Mönch irrt verletzt durch eine winterliche Landschaft in der Nähe von Freiburg, und Louise Boni erhält den Auftrag, der Sache nachzugehen – reine Routine also. Aber dann werden zwei Polizisten erschossen, und die Angelegenheit wird so kompliziert, dass ein Sonderkommando eingesetzt wird. Boni lässt sich jedoch nicht so ohne weiteres abschieben…

Oliver Bottini hat mit „Mord im Zeichen des Zen“ keinen aktionsgeladenen Krimi-Thriller geschrieben. Sein 2004 erschienener Krimi entfaltet sich von Szene zu Szene und baut die Spannung kontinuierlich auf, wobei die Kommissarin stets im Mittelpunkt bleibt. Dass der Autor sich mit Zen-Buddhismus befasst und dazu Schriften vorgelegt hat, ist deutlich spür- und lesbar. Er beschreibt wirklichkeitsnah, direkt und unmissverständlich.

Weitere Romane von Bottini sind seitdem in regelmäßigen Abständen erschienen, so 2009: „Jäger in der Nacht“, 2007: „Im Auftrag der Väter“ und 2006: „Im Sommer der Mörder“, mit dem der Autor zweimal auf dem ersten Platz der KrimiWelt-Bestenliste gelangt.

Bottini ist in München aufgewachsen und studiert in den 1990er Jahren Germanistik, Italianistik sowie Markt- und Werbepsychologie.

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