Krimis sind Romane, in denen ein Verbrechen geschieht oder geschehen ist, das von findigen Polizisten oder Detektiven aufgeklärt wird. Doch so einfach, wie es sich anhört, ist es nicht. Seit den Zeiten von Sherlock Holmes haben sich viele Erzählformen, Themen und Strukturen etabliert.
Der klassische englische Kriminalroman, wie ihn auch Elisabeth George anklingen lässt, setzt andere Schwerpunkte, als man sie in den Geschichten um amerikanische Cops vorfindet, die in Großstädten bizarre Ritual- und Serienmorde, Mafia- oder Internet-Verbrechen und scheußliche Gewalttaten aufzuklären haben. Polizisten aus der Eifel, die immer auch ihr persönliches Umfeld und atmosphärische Besonderheiten des Regionalkrimis, die sich nicht jedem Leser erschließen, mit einfließen lassen, haben es mit anderen Schwerenötern zu tun als die Gerichtsmedizinerin Tempe Brennan, die die Autorin Kathy Reichs kreierte. Aus der nüchternen Sicht einer obduzierenden Medizinerin, die meist Auffälligkeiten an einer Leiche oder am Fundort feststellt, werden vielschichtige Handlungen abgeleitet, die zu Ermittlungen führen, an deren Ende ein Mörder dingfest gemacht werden kann.
Unterschiedliche Erzählperspektiven bestimmen Tempo und Spannungsaufbau der Romane. Mal ist der Leser quasi mit im ermittelnden Team dabei, wie es häufig bei Mankell, aber auch bei Donna Leon den Anschein hat. Er erfährt kaum mehr als der leitende Kripobeamte, der die Indizien bis zum entscheidenden Showdown sammelt und zusammensetzt. Bei anderen Autoren fließen breite Täterprofile mit in die Handlung ein, und die Faszination ergibt sich aus der Frage, wann man dem Bösewicht wie auf die Spur kommt oder ob eine Tat noch gerade rechtzeitig verhindert werden kann. Als besonders beklemmendes Beispiel sei Thomas Harris mit seinem Hannibal Lecter genannt, der jedoch auch eher in die Kategorie Thriller einzuordnen ist.


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