Historische Romane
Romane, deren Handlung in vergangene geschichtliche Epochen gerückt ist, erfreuen sich seit je her größter Beliebtheit. Der Reiz, nicht nur in eine Romanhandlung einzutauchen, sich dem Helden oder der Heldin an die Seite zu stellen und dabei seinen eigenen Alltag völlig in den Hintergrund zu rücken, sondern dabei sogar den aktuellen Zeitrahmen zu verlassen, ist ungebrochen.
Je überzeugender und detailgetreuer Autoren nicht nur geschichtliche Ereignisse in die Romanhandlung einzubinden vermögen, sondern darüber hinaus in der Lage sind, Figuren und Umfeld überzeugende Authentizität und Ausstrahlung zu verleihen, desto erfolgreicher sind die Bücher. Noah Gordon und „Der Medicus“ sowie die Nachfolgeromane um eine Arztfamilie belegen dies eindrucksvoll.
Das Mittelalter ist eine besonders geschätzte Epoche. Kein Wunder – Rittertum, Lehnswesen, Kaiserreich und eine Epoche tief greifender Umwälzungen in Kirche und Staat bieten eine Fülle von Themen und Stoffen. Ken Follett beschreibt in „Die Säulen der Erde“ England im 12. Jahrhundert und verknüpft die Haupthandlung mit dem Bau einer gotischen Kathedrale. Ein ähnlich aufregendes Beispiel bietet Umberto Eco: „Der Name der Rose“ war ein literarischer Welterfolg. Eco vereint Krimi, historische Wahrhaftigkeit und philosophische Betrachtungen mit leichter Hand und hat einen zugleich eindringlichen und höchst amüsanten Roman verfasst, der auch verfilmt wurde.
Einige Jahrhunderte zuvor angesiedelt ist „Die Päpstin“ von Donna W. Cross, in deren Mittelpunkt das Mädchen Johanna steht. Die Tochter des Dorfpriesters wächst in einer Welt auf, in der der Aberglaube mit harter Hand regiert. Um sich zu behaupten und ihren eigenen Weg zu gehen, verkleidet sie sich als Mönch und wird schließlich zum Papst gewählt.
Ein unvergesslicher Klassiker aus der Zeit Christi stellt ohne Zweifel Ben Hur von Lewis Wallace dar, der auch als Film bis heute nichts von seiner Eindringlichkeit verloren hat.
» Patrick Süßkind: Das Parfum