Frauenliteratur
Der Begriff Frauenliteratur taucht erstmals Ende des 19. Jahrhunderts auf und kennzeichnet seinerzeit Werke von Schriftstellerinnen, die mit ihrer Arbeit einen künstlerischen Anspruch verbinden. Einige Jahrzehnte später hat er jedoch eine völlige Wandlung erfahren und ist nun mit dem Etikett „Frauenroman“ versehen quasi als Synonym für Groschenheftromane zu verstehen.
Seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts erweitert er sich zu einem Allgemeinbegriff, unter den zum einen auch Jugendbücher und Ratgeberliteratur fallen. Zum zweiten wird die Bezeichnung für rein feministische Werke verwendet. Grundsätzlich lässt sich ein allgemeiner Trend dahingehend feststellen, dass in früheren Jahrzehnten weibliche Romanfiguren entscheidend für die Verwendung des Begriffs waren, während heutzutage die Autorinnen im Vordergrund stehen.
Die Frage, ob es eine spezifisch frauliche Schreibweise gebe, die auch als solche hervorgehoben werden müsse oder im Gegenteil gerade nicht, um gleichberechtigt neben von Männern verfasster Literatur zu bestehen, für die ja auch kein abgegrenzter Begriff existiere, hat die feministische Literaturkritik in den 80er Jahren anhaltend beschäftigt, ohne zu einer endgültigen Lösung gefunden zu haben.
Buch-Tipps.net stellt in seiner Kategorie Frauenliteratur Romane und Erzählungen vor, die einerseits von weiblichen Autorinnen verfasst wurden und andererseits aufgrund des Schwerpunktes oder Themas zunächst einmal Frauen ansprechen, ohne natürlich die Männer ausschließen zu wollen oder damit eine Wertung vorzunehmen. So werden Krimis von Ingrid Noll und Donna Leon höchstwahrscheinlich sowohl von Männer als auch von Frauen geschätzt, darum ordnet Buch-Tipps.net sie in seiner Krimikategorie ein, während Bücher von Virginia Woolf oder auch Leslie Feinberg in überwiegender Zahl Frauen interessieren dürften.
Übrigens: Manche Autorin lässt sich in verschiedenen Kategorien gleichzeitig auflisten, so zum Beispiel Ilse Aichinger, Doris Dörrie oder auch Christa Wolf, und Ausnahmen bestätigen nicht nur die Regel, sondern sind zu begrüßen!
» Manuela Kuck: Ariane