Erotische Literatur
Was in früheren Zeiten als schmutzig und skandalumwittert abgelehnt oder verboten wird, gilt heute als selbstverständlich: In der modernen Literatur gehört die Erotik zum Leben der Protagonisten natürlich dazu, mal mehr, mal weniger detailliert beschrieben. Sie ist Teil einer Entwicklung und unter Umständen wichtiger Bestandteil des Lebens der Helden. Sofern erotisches Erleben und Sexualität die Hauptrolle spielen, stellt Buch-Tipps.net sie in seiner Kategorie Erotische Literatur vor.
Zu den Klassikern in diesem Bereich zählt ohne Zweifel „Das Delta der Venus“ von Anais Nim, die damit ein „schamlos schönes Buch“ verfasste, wie Henry Miller urteilt, der nicht nur viele Jahre Nims Geliebter war, sondern selbst mit skandalträchtigen Romanen Aufsehen erregt, wie zum Beispiel mit dem „Wendekreis des Krebses“. Nims Erzählband erscheint erst in den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts und somit 35 Jahre nach Entstehen dieser Auftragsarbeit eines unbekannter Sammlers.
Auch „Das Dekameron“ von Giovanni Boccaccio umfasst eine Vielzahl erotischer Geschichten, entsteht jedoch bereits zwischen 1348 und 1353.
„Salz auf unserer Haut“ von Benoîte Groult ist dagegen ein moderner Liebesroman aus dem Jahre 1988, der die Beziehung eines gesellschaftlich und intellektuell völlig ungleichen Paares beleuchtet, die sich immer wieder treffen, um ihre Leidenschaft auszuleben.
Auch Erica Jong wählt mit „Angst vorm Fliegen“ 1973 die Romanform, um detailgetreu eine heiße Affäre zu beschreiben, die die Protagonistin mit einem Kollegen ihres Mannes durchlebt.
Für „Lady Chatterley“ von D.H. Lawrence, das bereits 1928 entsteht, gibt es zunächst keine Veröffentlichungschance. Die ausschweifenden sexuellen Beschreibungen ziehen ein Verbot nach sich, so dass der Roman erst 1960 publiziert werden darf. Auch Vladimir Nabokov sieht sich mit „Lolita“ dem Pornographieverdacht ausgesetzt, weswegen es von mehreren amerikanischen Verlagen abgelehnt wird und schließlich in Paris erscheint.
Der älteste Ratgeber zu Lust, Liebe und Sex ist das „Kamasutra oder die Kunst des Liebens“ aus dem 2. bis 3. Jahrhundert vor Christi Geburt.
» Henry Miller: Opus Pistorum